MARGRET EICHER Raumsituationen
works
Ausstellungen/Bio

1955   geboren in Viersen
1973 - 1979 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf
bei Prof. Fritz Schwegler und Prof. Rolf Sackenheim
SOLO  (Auswahl)
2015 Baku (Az)  YAY Gallery Regime of Images

Berlin Kunsthalle am Hamburger Platz, Let me be Your Supervisor (mit Simone Demandt)

2014 CACTicino  Belinzona (CH)  COMBINATIONS: REFLECTING ON SILENCE
Anger Museum Erfurt      Once Upon A Time In Mass Media
Kunstmuseum Ahlen   Once Upon A Time In Mass Media   
2013    

Karlsruhe Badisches Landesmuseum Once Upon a Time in Mass Media 

Berlin   Orangerie Schloss Charlottenburg:Once Upon a Time in Mass Media

2012      Heidenheim Kunstmuseum Heidenheim: Sex & Crime 
Hamburg  Galerie Carolyn Heinz: ePATTERNS
2011        Nancy (F) Goethe-Institut: Aufstand der Zeichen
Straßburg (F) ARTE /ZKM Karlsruhe: >> Zum Pressedossier (PDF) "Fliegende Teppiche"
St. Petersburg (Rus)  Erarta-Museum: Dubble Vision (mit Johannes Brus)
2010       

Stade, Schloß Agatthenburg: Falsche Fährte ( mit Sabine Dehnel, Christian Hagemann)  

2009    Frankfurt Galerie Bernhard Knaus Fine Art: The Good, the Bad bad the Ugly,     
Hamburg Galerie Caesar&Koba: ironic icons
Düsseldorf arteversum: Ironic Icons
2008 Berlin DAM : She
2007  Mannheim Kunstverein Mannheim: Radically Constructive (K)
Appenzell(CH) Museum Liner: Radically Constructive (K)
2006 Berlin, (DAM): Nothing is Reall
Saarbrücken Stadtgalerie Saarbrücken: Nothing is real (K)
Frankfurt Galerie Bernhard Knaus Fine Art: Radically Constructive (mit Florian Merkel)
2005 Rottweil Forum Kunst: R:E:M: Rapid Eye Movement, 
Wolfenbüttel KunstvereinWolfenbüttel: R:E:M: Rapid Eye Movement,  
2004 Aachen Forum Ludwig für Internationale Kunst: Daydream&Nightmare
Themen (Auswahl) 
2015 Stresa (I)   Lo spirito del’Lago
2014 Museum Kurhaus Kleve These Eternal Questions. Notes on Painting

Museum Kurhaus Kleve These Eternal Questions. Notes on Painting

MPK Kaiserslautern  Apokalypse
2013 

Prag (CZ)   Tichy Foundation  Artists for Tichy

Berlin/Roskow  rohkunstbau Moral
Herne Flottmanhallen Ornamentale Strukturen
2012 Appenzell (CH)   Museum Liner      Work Work Work

Krakau (P)  MOCAK        Sport in Art

Pforzheim Kunstverein im Reuchlinhaus Ornamental Structures
2011  Mannheim Stadtgalerie S4 Wahlverwandtschaften
Tournai (B) Musee des Beaux-Arts de Tournai: Continere
Saarbrücken Stadtgalerie Saarbrücken   ornamental structures
2010 Graz (A) Galerie Eugen Lendl: peripher photographisch
Innsbruck (A) Fotoforum West: peripher photographisch
2008 Darmstadt Kunsthalle Darmstadt: Posing!


>> Zum Pressedossier (PDF) "Fliegende Teppiche"
Pressetext zur Ausstellung Arte, Strassburg, 2011:

Margret Eicher spielt mit der unerschöpflichsten Bilddatenbank, die es gibt: dem kollektiven Gedächtnis. Kunstwerke, die in den Kellergeschossen der Museen lagern, Presse- und Werbebilder, die großformatig das Stadtbild beherrschen – all das bildet das riesige und heterogene kollektive Gedächtnis, aus dem die Künstlerin ihre Bilder zusammenträgt; jedes davon ist ein vergänglicher und zugleich tiefgründiger Zeuge von dem, was Aktualität und Philosophie einer Epoche war:

„Ich glaube nicht, dass die Definition, die in der Werbung stattfindet, schwächer oder vorläufiger oder weniger verbindlich ist als in der historischen Malerei. Das, was in Renaissancebildnissen oder auch in Barockbildnissen über zeitgenössische Menschen ausgesagt wird, das kann man entsprechend heutiger Werbung auch entnehmen, und zwar kaum flacher oder weniger relevant.“

Margret Eicher sieht keinen qualitativen Unterschied zwischen den alten Bildern der Kunstgeschichte und den von den heutigen Medien verbreiteten Bildern. Ihre Art sie zu verknüpfen, ist eher „eine Brücke über die Zeit“.
Das Ziel ihres Werkes ist es, die traditionellen Tapisserien mit ihren mythologischen Darstellungen zu überdenken und auf diesem scheinbar überholten Bildträger moderne Ikonen der Massenmedien in Szene zu setzen. Margret Eicher verbindet Durch die Immaterialität der digitalen
Bilder mit der Stofflichkeit der Tapisserien und nutzt diesen Anachronismus ironisch. Sie markiert den zeitlichen Abstand und überbrückt ihn zugleich. Ihre Werke zitieren Themen des kollektiven Gedächtnisses und stellen sie in einen neuen Zusammenhang, damit sie anders wahrgenommen und interpretiert werden können. Die Künstlerin leiht sich die Bilder nicht nur aus, sie eignet sie sich an, sie selbst spricht gar von Diebstahl:

„Indem ich zitiere, ‚stehle’ ich die fremden Bilder. Ich will nicht ihnen gerecht werden, sondern ich verwende sie gemäß meiner Aussageabsicht und ich frage in der Tat nicht, ob das der ursprünglichen Konnotation entspricht. Es ist eine Aneignung zu hundert Prozent.“

Auf diese Art und Weise entstaubt, finden die Tapisserien zu ihrer ursprünglichen Funktion zurück und sind wieder Kommunikationsträger der Mächtigen, ein Instrument zur Verherrlichung der Mächtigen – kurz, einem gewissen Herrschaftsmodell dienend. Da drängt sich freilich der Vergleich mit den heutigen Massenmedien und den HD-Großbildschirme auf. Diese nicht weniger beeindruckenden und schillernden Emblemen einer nahezu feudalen Kommunikationsgesellschaft, in der eigene Kräfteverhältnisse herrschen, die ihre prägenden Weltbilder verbreiten und von den modernen „Majestäten“ aus Politik, Show-Business und Sport bevölkert sind.